Hamburg-gegen-Krebs: Darmkrebsvorsorge & mehr!

Liebe gesundheitsbewußte Hamburger(innen), 

Helfen Sie auch im JAHR 2014 mit, die hohe Zahl von mehr als 1000 Neuerkrankten & 500 Darmkrebstoten pro Jahr (bezogen auf Hamburg!) bzw. 71.400 Neuerkrankungen & 28.900 Todesfälle pro Jahr (bezogen auf ganz Deutschland) zu senken. Kolorektale Karzinome (=Dickdarm- bzw. Enddarmkrebs) sind die zweithäufigste Krebstodesursache. Dabei könnten 90% dieser Todesfälle durch regelmässige Vorsorge verhindert werden. Das heißt, alleine in Hamburg ließen sich bis zu 450 Darmkrebstote jährlich vermeiden!

Auch für andere Krebserkrankungen gibt es sinnvolle Vorsorgemethoden. Informieren Sie sich im Krebsvorsorgekalender (s. Kapitel "schnell schlau") über Nutzen, Risiken & rechtzeitigen Beginn allgemein sinnvoller Krebsfrüherkennungsmaßnahmen.

Herzlichst, Ihr

Priv.-Doz. Dr. med. Boris Brand, Regionalbeauftragter Stiftung LebensBlicke,
Mitglied der Steuerungsgruppe "Hamburg-gegen-Darmkrebs"
(Vorsorgeinitiative der Gesundheitsbehörde HH).

Risikofragebogen Darmkrebs 

Mit dem Fragebogen ermitteln Sie ihr individuelles Risiko für Darmkrebs anhand von Erkrankungen bei Ihren Blutverwandten (Familienanamnese) und von typischen relevanten individuellen Risikofaktoren. Der folgende Fragebogen wurde von uns im Auftrag der Stiftung Lebensblicke e.V. entwickelt. Von Ausnahmen abgesehen, steigt allgemein das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, erst ab dem vierzigsten Lebensjahr altersabhängig deutlich an. Eine 50 jährige Person hat dann bereits ein Risiko von 2,5%, zukünftig an einem Dickdarmkrebs zu sterben. Menschen mit überdurchschnittlichem Risiko (z.B. familiär vererbter oder familiär gehäufter Darmkrebs oder langjährigen chronisch entzündlichen Darmerkrankungen) müssen aber mit beträchtlich höheren Risiken rechnen. So ist z.B. bei der intestinalen Polyposis, einer Erbkrankheit mit 100% Krebsrisiko bei massenhaften Polypen im Verdauungstrakt, die vorsorgliche Entfernung des Dickdarms bereits im jungen Erwachsenenalter indiziert.

Seit Oktober 2002 wird von den gesetzlichen Krankenversicherungen ab dem 50. Lebensjahr der jährliche Stuhlbriefchentest auf Blut (FOBT) sowie ab dem 56. Lebensjahr die totale Dickdarmspiegelung in 10 jährlichem Intervall zur Darmkrebsvorsorge angeboten. Bei regelmässiger Wahrnehmung des Angebots zur Vorsorge-Darmspiegelung durch alle berechtigten Bürger könnten 90% aller Darmkrebstodesfälle verhindert werden. Die folgende Risikoeinschätzung hilft Ihnen bei der Entscheidung über den individuell rechtzeitigen Beginn von Darmkrebsvorsorgemaßnahmen, die ggf. bei Risikokonstellationen auch schon in einem jüngeren Lebensalter sinnvoll ist.

Ein Selbsttest kann allerdings niemals das individuelle ärztliche Gespräch, und die Entscheidung über den geeigneten Zeitpunkt und die im Einzelfall für Sie optimale Früherkennungsmethode ersetzten. Dies gilt ganz besonders, falls bei Ihnen bereits Symptome von Seiten des Darmes vorliegen.


 
LEBENSGEWOHNHEITEN                                                  Punkte:

Ich bevorzuge fettreiche Kost/Frittiertes                              2

Ich esse eher ballaststoffarm                                               2

Ich trinke regelmässig Alkohol                                              2

Ich bewege mich wenig und bin übergewichtig                    2

Regelmässige Aspirineinnahme (ASS)                               -0,5

Hohe Vitaminzufuhr (Vit. A,C,E)                                          -0,5

Hohe Calziumzufuhr (Milchprodukte)                                  -0,5

Regelmässige Selen*) oder Fischöleinnahme)*                  -0,5

*) Wirkung noch nicht zweifelfrei belegt


EIGENE KRANKENGESCHICHTE

Bekannte Neigung zu Darmpolypen                                     5

Frühere andere Krebserkrankung                                         5

Frühere Erkrankung an Darmkrebs                                      5
 
Behandlung mit Immunsuppressiva                                     5

Mehrere Jahre bestehender TYP II Diabetes                   5

Mehr als 10 Jahre bestehender „Morbus Crohn“                 5

Mehr als 10 Jahre bekannte „Colitis ulcerosa“                  10


AKTUELLE EIGENE BEFUNDE

1 x positiver FOBT*                                                           10

2 oder 3 x positiver FOBT*)                                               15

*=Testbriefchen zum Nachweis von Blutverlust im Darm

Blutbeimischungen im Stuhl                                              15

Ein oder mehrere unbehandelte Darmpolypen                 10

Unbehandelter Polyp von über 2cm Grösse                     15

Unbehand. Polyp mit hochgradiger Dysplasie +)              15

+= "Hochgradige intraepitheliale Neoplasie“


FAMILIENANAMNESE

(nur nahe Blutsverwandte, Risiko steigt mit Anzahl)          

1 Person mit vielen Polypen                                              1

Mehrere Verwandte mit vielen Polypen                             5

1 Person mit Darmkrebs älter als 55 Jahre                       1

1 Person mit Darmkrebs jünger als 55 Jahre                    5

2 (oder mehrere) Verwandte mit Darmkrebs                     5(10)

2 (oder mehrere) Pers. mit anderen Krebsen                   5(10)

„Familiäre HNPCC“ (Gentest verfügbar)                        15
 
„Familiäre Polyposis“ (Gentest verfügbar)                     15
 

AUSWERTUNG

Addieren Sie bitte die für Sie zutreffenden Punkte:
-2 bis +2 Punkte: Darmkrebsrisiko durchschnittlich.
Rektal digitale Untersuchung und FOBT-Test jährlich ab 50J., Screening-Koloskopie ab 55 J (Wiederholung alle 10 J. bzw. ggf. häufiger je nach Befund (gemäß DGVS Leitlinie 2008).
3-4 Punkte: leicht erhöhtes Darmkrebsrisiko.
In Absprache mit dem Arzt Vorsorge ggf. schon in jüngerem Lebensalter.
5-10 Punkte: deutlich erhöhtes Risiko.
I.d.R. Totale Koloskopie mit Entfernung von Krebsvorstufen (=Polypektomie) bereits vor dem 55. Lebensjahr indiziert.
11 und mehr Punkte: hohes Darmkrebsrisiko.
I.d.R. unverzügliche Vorstellung zur totalen Koloskopie mit Möglichkeit zur Polypektomie!

Im Kapitel schnell schlau" finden Sie einen Krebsvorsorgekalender, der die Bedeutung und das grundsätzliche Potential einer Auswahl weiterer angebotener Vorsorgemaßnahmen bei verschiedenen Krebserkrankungen erkennen lässt. Die dort zusammengetragenen Informationen dienen lediglich der allgemeinen Information und ersetzten keinesfalls ein Gespräch mit Ihrem behandelnden Arzt.

Zur weiteren Unterstützung IHRER individuellen Entscheidung zum rechtzeitigen Beginn sinnvoller Vorsorgeuntersuchungen und vertiefenden Beschäftigung mit dem Thema Vorsorge - auch in Bezug auf andere Gesundheitsrisiken - beachten Sie bitte auch das Kapitel "für Anspruchsvolle" . Dort finden Sie eine Risikotabelle zur eigenen Abschätzung der Wichtigkeit typischer Lebensrisiken, und Sie lernen Werkzeuge kennen, mit deren Hilfe sie zukünftig selbstständig Ihnen angebotene Vorsorgemaßnahmen bewerten können.

Unterstützer & Partner der Stiftung Lebensblicke

Die umfangreiche Liste von unseren prominenten Unterstützern, sowie gemeinnütziger Kooperationspartner &  staatlicher bzw. privatwirtschaftl. kooperierender Institutionen finden sie unter www.lebensblicke.de.

Wir kooperieren seit Herbst 2008 mit der von der Gesundheitsbehörde koordinierten und unter Schirmherrschaft von Herrn Gesundheitssenator Wersich stehenden Initiative "Hamburg-gegen Darmkrebs". www.hamburg.de/darmkrebs

Disclaimer

Bezüglich fremder Inhalte, zu denen Verknüpfungen (Links) bestehen, distanzieren wir uns entsprechend dem Urteil des Landgerichts Hamburg vom 12. Mai 1998 ausdrücklich von den Inhalten dieser Internetseiten. Für alle externen "Webseiten-Links" gilt: www.HH-gegen-Darmkrebs.de bzw. die Stiftung LebensBlicke hat keinen Einfluss auf Inhalt und Gestaltung der verlinkten Seiten. Die Nutzung von Links, die externen Seiten führen, erfolgt auf eigene Verantwortung der Nutzer. 

Die Aufnahme von Links auf andere URLs ist ein Service für unsere Internet-Besucher und jederzeit widerrufbar. Sie beinhaltet keinen Rechtsanspruch auf Beibehalt!

Beachten Sie bitte auch, dass jegliche Inhalte bzw. jegliches Bild- und Fotomaterial auf unseren Seiten dem Copyright unterliegen und nicht ohne schriftliche Genehmigung verwendet werden dürfen.

Mögliche Interessenkonflikte

Meine Motivation zur Beschäftigung mit Darmkrebs im besonderen & anderen Gesundheitsvorsorgethemen wird begründet & beeinflusst durch: 

  • persönliche familäre Erkrankungsfälle, Erkrankungsfälle im Freundeskreis,  
  • das eigene berufliche & wissenschaftliche Interesse,
  • meine tägliche Arbeit mit "Vorsorgewilligen" & erkrankten Patienten als Arzt.

Eigene "Vorteile" ziehe ich:

  • persönlich aus besserem "Vorsorgeverständnis" für die eigene Lebensplanung,
  • beruflich aus einer Verbesserung der eigenen Beratungsqualifikation als Arzt. Hieraus können finanzielle Vorteile erwachsen. Als Anbieter internistischer Vorsorgeleistungen, insbesondere der Vorsorgedarmspiegelung, können mir persönlich berufliche Vorteile aus einer vermehrten Wahrnehmung von Vorsorgeleistungen in der Metropolregion Hamburg erwachsen.

Für meine ehrenamtlichen Aktivitäten im Rahmen der gemeinnützigen Stiftung Lebensblicke e.V. erhalte ich weder von der Stiftung noch von Seiten Dritter (z.B.: Pharmaindustrie) persönliche finanzielle oder geldwerte Zuwendungen.

PD Dr. med. Boris Brand